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Wer sind wir?


Sigrid Schwabe
Diplom-Psychologin
Heilpraktikerin für Psychotherapie

Mitarbeiterin im Harfe-Team:

www.harfe-oldenburg.de/Seiten/team.html

        Psychologische Praxis für Kinder, Jugendliche,
        Erwachsene (Einzel/Paare)
        (Psychotherapie, Psychologische Beratung,
         Lerntherapie, Psychologische Diagnostik)


         26180 Rastede / Wahnbek
         Schulstraße 21
         Telefon 04402-82003


              www.therapeuten.de/listen/info/id/5230

 



Margit Gerritzen
Lehrerin
Specialist in Gifted Education
Diplom für Hochbegabtenpädagogik an der
Westfälischen Wilhelmsuniversität Münster
( ECHADiplom)

Ein Beispiel aus dem Sign-Projekt Oldenburg

  www.sign-project.de

Langeweile im Unterricht

Margit Gerritzen referierte im Rahmen der 23. Pädagogischen Woche zu dem Thema "Mir ist langweilig - Schulversagen durch Unterforderung?!". Der Sign-Redaktion erzählte sie, wie mit den von Unterforderung betroffenen Mädchen und Jungen umgegangen werden sollte.

Wie äußert sich Unterforderung bei Schülerinnen und Schülern?

Unterforderung äußert sich bei Schülerinnen und Schülern ähnlich wie Überforderung. Die Mädchen und Jungen haben keinen Spaß mehr daran dem Unterricht zu folgen. Gegebenenfalls stören sie und sind unkonzentriert. Jungen stören in der Regel aktiver. Sie sind lauter. Mädchen sind überwiegend still und ziehen sich eher in sich zurück. Einige zeigen körperliche Beschwerden. Sie haben Kopfschmerzen oder Depressionen. Dies kann sogar Essstörungen, wie Magersucht oder Bulimie verursachen. Das Fatale an der Sache ist, dass die Ursache Unterforderung häufig nicht erkannt wird. Den Mädchen und Jungen wird gesagt, dass sie sich besser anpassen und zusammenreißen müssen. Es wird nur das Fehlverhalten gesehen, aber die Unterforderung als Ursache dieses Verhaltens, wird häufig gar nicht in Betracht gezogen. Wenn auffälliges Verhalten beobachtet wird, sollte deswegen auch immer überlegt werden, ob das Kind vielleicht in der Schule unterfordert ist. Einige unterforderte Kinder zeigen sogar schlechte oder durchschnittliche schulische Leistungen, so dass Außenstehende gar nicht auf die Idee einer Unterforderung kommen. Wenn die Kinder keinen Spaß mehr daran haben, dem schulischen Unterricht zu folgen, beschäftigen sie sich mit anderen Dingen und nehmen so den Unterrichtsstoff nicht mehr auf.

Wie soll mit unterforderten Kindern umgegangen werden?

Zuerst ein Mal sollte das Problem erkannt werden. Es muss erkannt werden, dass es sich um eine Unterforderung handelt. Jedes Kind sollte dabei individuell betrachtet werden. Das wird nach dem neuen Erlass, in dem jedes Kind einzeln beurteilt und bewertet wird, bestimmt besser werden. Zudem müssen die Mädchen und Jungen akzeptiert werden. Das Umfeld sollte akzeptieren, dass jedes Kind unterschiedliche Lernbedürfnisse hat. Beim Erkennen von Unterforderung spielt das gesamte Umfeld eine Rolle. Zum einen die Lehrer, die Eltern, aber auch die Mitschüler und Freunde. Zum Teil äußern die Kinder aber auch selbst, dass sie unterfordert sind. Viele Eltern merken auch am Verhalten ihres Kindes zu Hause, dass es überdurchschnittliche Leistungen erbringt. Zum Beispiel wenn es im Vergleich zu Gleichaltrigen schon Dinge beherrscht, die die anderen noch nicht können. Eltern sollten auf die Fähigkeiten ihres Kindes eingehen und es seinen Fähigkeiten entsprechend behandeln und fördern.

Was können Eltern und Lehrer tun, um Kinder angemessen zu fördern? 

Eine Förderung kann dann ansetzen, wenn das Problem erkannt wurde. Besondere Förderstunden bieten sich an. Gruppen, in denen die Mädchen und Jungen gefördert und gefordert werden. Hierzu sind Kooperationen sinnvoll. Aber dazu fehlen den meisten Schulen die hierfür notwendigen Lehrerstunden. In diesem Bereich sollte noch viel getan werden. Eltern können ihre Kinder aber auch zu Hause fördern, zum Beispiel bei den Hausaufgaben. Dazu ist es aber nötig, sich genau mit den Fähigkeiten des Kindes auseinander zu setzen. Wichtig ist, dass alle Eltern und Lehrer zusammenarbeiten und ein Austausch stattfinden kann. Nur wenn das Problem erkannt und thematisiert wird, kann entsprechend auf das Kind eingegangen werden. Eltern kann es auch helfen, sich mit anderen Eltern auszutauschen, die ebenfalls ein Kind mit einer schulischen Unterforderung haben. So können sie sich gegenseitig unterstützen.

Wie wirkt sich Unterforderung in der Schule auf das soziale Verhalten der betroffenen Kinder aus?

Die Kinder zeigen häufig ein auffälliges Sozialverhalten. Sie werden in der Regel immer wieder dazu aufgefordert sich anzupassen, zur Schule zu gehen und sich dort in den Unterricht einzubringen. Das löst bei vielen Jugendlichen Stress und Druck aus. Sie stehen daher unter ständigem Druck. Dies zeigt sich dann auch am sozialen Verhalten. Eventuell äußert sich der ständige Druck durch Aggressionen gegenüber anderen Kindern oder der Lehrkraft. Bei einigen Kindern kann sich der Druck aber auch durch Depressionen äußern, so dass sie sich völlig in sich zurückziehen. Wie das Kind auf Stress reagiert, hängt von der Persönlichkeit des Kindes ab. Problematisch ist es, wenn zwischen einem auffälligen sozialen Verhalten und der Unterforderung kein Zusammenhang gesehen wird. Deswegen sollte immer nach der Ursache für das Verhalten des Kindes gesucht und das Kind ganz genau beobachtet werden. Ein Austausch zwischen Eltern und Lehrern ist auch deswegen wichtig, weil es sein kann, dass sich das Kind zu Hause und in der Schule unterschiedlich verhält.

Sie sind zum vierten Mal in Folge auf der Pädagogischen Woche. Welche Bedeutung hat es für Sie heute hier zu sein?

Ich bin gerne hier, denn in der Pädagogischen Woche habe ich Gelegenheit mit sehr vielen Lehrerinnen und Lehrern in Kontakt zu treten. Hier findet ein direkter Austausch statt.

Vielen Dank für das Gespräch.